Frauenforum im Kreis Unna e.V. Frauenforum im Kreis Unna e.V.

01.02.2008

20 Jahre Frauenforum im Kreis Unna e.V. – Entstehung, Geschichte, Entwicklung, Zukunft

Jubiläumsfeier am 30.11.2007 im Zentrum für internationale Lichtkunst in Unna

Die Frauen, die 1986 den Verein Frauenforum im Kreis Unna gegründet haben, legten den Grundstein für die heutige Frauen- und Mädchenberatungsstelle (Eröffnung 1987), den FrauenNotruf und das das Frauenhaus (Eröffnung 1988). Alle drei Angebote benötigen Frauen und ihre Kinder sowie Mädchen heute mehr denn je – Gewalt ist ein Thema, das uns täglich öffentlich begegnet. Die Gründerinnen und ersten Mitarbeiterinnen hatten über Jahre, ja fast Jahrzehnte gegen die Tabuisierung von Gewalt an Frauen und Mädchen ankämpfen müssen. Heute ist täglich darüber in den Zeitungen zu lesen, Frauen und auch Männer sprechen darüber, häusliche Gewalt ist nicht länger persönliche Angelegenheit hinter privaten Wohnungstüren, sie ist ein Straftatbestand, Polizei und Justiz anerkennen heute betroffene Frauen und Mädchen als Opfer, Frauenhäuser sind heute mehr denn je unverzichtbar, die Frauen- und Mädchenberatungsstelle sowie der FrauenNotruf haben ihren Schwerpunkt der Arbeit gegen sexualisierte Gewalt und Prävention seit diesem Jahr ausbauen können.

Das FrauenNotruf-Telefon nahm bereits 1987 seine Arbeit auf - bis April 2004 standen jedes Wochenende und über Feiertage geschulte ehrenamtlich engagierte Frauen rund um die Uhr zur Verfügung, stellten ihre eigenen und familiären Belange hinten an sowie ihre private Telefonleitung zur Verfügung. Sie waren Ansprechpartnerinnen für Frauen und Mädchen in vielfältigen Krisensituationen, halfen weiter und über persönliche Hürden hinweg, gaben Tipps und Ratschläge, halfen den Übergang ins Frauenhaus oder die Beratungsstelle zu gestalten. Viele dieser Notruffrauen waren Gäste der Jubiläumsfeier – das Frauenforum dankte ihnen allen nochmals ausdrücklich für ihr Engagement, denn es war nicht einfach und selbstverständlich sich den oftmals mehr als heftigen Themen und persönlichen Lebenslagen zu öffnen, die richtigen Antworten zu finden, viel eigene Zeit in Qualifikation und Supervision zu investieren und das Risiko einzugehen, auch an die eigenen Grenzen zu gelangen.

Heute teilen sich alle angestellten Mitarbeiterinnen jede Nacht, über die Wochenenden und Feiertage die Rufbereitschaft. Die Ehrenamtlerinnen aus der ehemaligen Notrufarbeit machen heute Wochenendeangebote im Frauenhaus bzw. beteiligen sich an einer Gruppe zur Entwicklung unserer Öffentlichkeitsarbeit. Das neue Miteinander ist noch nicht zur Zufriedenheit aller Beteiligten gelöst – es wird daran gearbeitet.

Wieder waren es engagierte Frauen im Kreis, die den Bedarf an einem frauenspezifischen Übernachtungsangebot für wohnungslose Frauen erkannten. Deren Engagement führte 1994 zur Eröffnung der Frauenpension, die über die Jahre von Bönen nach Bergkamen umzog, dabei bedarfsentsprechend immer kleiner wurde, heute als FrauenÜbernachtungsstelle 5 Schlafplätze in zwei Mehrbettzimmern vorhält und deutlich im Zeitalter von Hartz IV ihr Angebot wieder erweitern muss – was aktuell auch getan wird. Ein wichtiger Ableger der frauenspezifischen Wohnhilfen des Frauenforums ist seit Anfang 2003 die teilstationäre Einrichtung FrauenRäume für ehemals wohnungslose Frauen mit noch sog. sozialen Schwierigkeiten, die auf 9 Maßnahmeplätzen Frauen engmaschig begleitet, tagesstrukturierende Angebote macht und das selbstverantwortete Leben in eigener Wohnung intensiv übt.

Mehr als 20 Jahre Arbeit für und mit Frauen, das hieß damals ABM-Stellen und Ehrenamt, das heißt heute 19 festangestellte Mitarbeiterinnen und weiterhin zusätzliches Ehrenamt, das heißt immer wieder das Suchen und Finden von Mitgliedern und aktiven Vorstandsfrauen – und das bedeutet chronisch von damals bis heute das Einwerben von Förderungen und Finanzierungen, das Ansprechen von Spendern und Spenderinnen. Vieler dieser Gruppen hatten zur Jubiläumsfeier ihre Teilnahme zugesagt

  • als Mitglieder
  • als Spender und Spenderinnen
  • als politisch sich einsetzende MandatsträgerInnen oder VerwaltungsmitarbeiterInnen
  • als Gleichstellungsbeauftragte
  • als ehrenamtlich engagierte Personen, die die Arbeit an vielfältigen Stellen unterstützen
  • als Mitarbeiterinnen
  • als Kinder und Männer der Beteiligten, die manches Mal mehr als üblich fragen „wo ist sie denn heute schon wieder?“ und hören „Im Frauenforum“

Auch diesen allen war Dank zu sagen – denn ohne sie alle wäre das Frauenforum nicht das was es heut ist und noch werden will! Nur mit deren aller Unterstützung wurde es über die Jahre auch möglich, befristet finanzierte Arbeit in Regelfinanzierungen überzuleiten – der Kreis Unna leistet hier Beispielhaftes, die Landesfinanzierungen sehen sich leider manches Mal bedroht oder sogar tatsächlich so gekürzt, so dass auch die Arbeit darunter leiden musste!

Doch – die Frauen des Frauenforums lassen sich nicht aufhalten, haben kreative Köpfe für neue Ideen, beantragen neue Modelle z.B. zur besseren Unterstützung wohnungsloser Frauen, zur Qualifizierung von Gewalt betroffener Frauen und – sie bauen ein Haus!

Das bauen sie natürlich nicht selber, sondern sie lassen bauen, und dank der Unterstützung von Politik, Verwaltung und UKBS (Unnaer Kreis-, Bau- und Siedlungsgesellschaft mbH) wird die schon jahrelange Vision Anfang 2009 Wirklichkeit – das Frauenforum bringt sich unter Dach und Fach! Wege und Zeit zu sparen, Reibungsverluste zu vermindern, alle Unterstützungsangebote für Frauen und Mädchen erreichbarer zu machen, aber natürlich auch sich zu verschönern, zu vergrößern, Platz zu schaffen für nicht ausgehende neue Ideen – das soll dort alles möglich werden.


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