Frauenforum im Kreis Unna e.V. Frauenforum im Kreis Unna e.V.

14.12.2005

Eine schöne Bescherung

„Rund 25% der in Deutschland lebenden Frauen haben Formen körperlicher oder sexueller Gewalt (oder beides) durch aktuelle oder frühere Beziehungspartner erlebt!“ Dies ist ein Ergebnis der im Auftrag des zuständigen Ministeriums durchgeführten repräsentativen Studie mit dem Titel „Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland“.

Von Februar bis Oktober 2003 wurden bundesweit über 10.000 Frauen zu ihren Gewalterfahrungen in verschiedenen Lebensphasen befragt. Damit liegen erstmalig Zahlen vor, die das tatsächliche Ausmaß der Gewalt und die gesellschaftliche Wichtigkeit des Problems eindrucksvoll belegen.

Das Frauenhaus des Frauenforums im Kreis Unna kümmert sich wie 61 andere Frauenhäuser in ganz NRW auch um die Belange dieser Frauen und ihrer Kinder.

Es bietet ihnen sichere Unterkunft, Beratung und Begleitung. Die landesgeförderten Personalkosten von vier ganzen Stellen teilen sich zur Sicherstellung dieser Arbeit derzeit drei Sozialarbeiterinnen, zwei Erzieherinnen sowie eine Sozialbetreuerin für den hauswirtschaftlichen Bereich.

Nach den Plänen der Landesregierung fällt nunmehr eine der vier Personalstellen den Einsparmaßnahmen zum Opfer.

Der Etat der Frauenhäuser soll um 30 % gekürzt werden, was einem Verlust von 36.000 € entspricht.

Simone Illtz, Leiterin des Frauenhauses:“ Unsere Kollegin, die bisher als Sozialarbeiterin schwerpunktmäßig im Bereich der Nachsorge gearbeitet hat, soll ab dem 01.01.2006 nicht mehr über Landesmittel finanziert werden, womit wir wie alle Frauenhäuser unverhältnismäßig hart von den Kürzungsplänen der Landesregierung betroffen sind. Die „Job-Initiative“ der Landesregierung führt so zur sofortigen Kündigung von rund 60 Kolleginnen.“

Das Angebot der nachgehenden Beratung und Betreuung ist ein wichtiger Bestandteil der durch das Frauenhaus geleisteten Arbeit und richtet sich an ehemalige Frauenhausbewohnerinnen, um ihnen nach Verlassen des Frauenhauses den Neuanfang zu erleichtern.

Dies erfolgt in Form von persönlichen bzw. telefonischen Gesprächen sowie in Gruppentreffen oder Hausbesuchen.

Die oftmals unter Kostendruck immer weiter reduzierte Aufenthaltsdauer der Frauen sowie ihrer Kinder im Frauenhaus führt auf der einen Seite dazu, dass nicht alle Probleme im Vorfeld des Auszuges geklärt werden können.

Auf der anderen Seite entstehen auch durch den Auszug aus dem Frauenhaus selbst neue Probleme.

So sind häufige Themen der Nachsorgearbeit die soziale Isolation, Überforderung durch die neue Lebenssituation und Überlastungen durch Behörden.

Gleichzeitig steigt mit dem Verlassen des Schutzraumes Frauenhaus in vielen Fällen die Bedrohungsgefahr durch den Ehemann bzw. Partner.

An dieser Stelle leistet die Kollegin wertvolle Arbeit, indem sie Frauen und Kinder ermutigt, die bereits während des Frauenhausaufenthaltes entwickelte Perspektive auf ein gewaltfreies Leben aufrechtzuerhalten. Der insbesondere in der Anfangsphase fehlende Kontakt und Austausch sowie die Ermutigung durch die anderen Bewohnerinnen wird so abgefedert und die Integration in das neue Wohn- und Lebensumfeld begleitet. „Dies stellt einen wesentlichen Beitrag zur Stabilisierung und Sicherung des Neuanfangs dar.

Wird dieses Angebot nicht länger finanziert, werden die Frauen den Kreislauf der Gewalt nicht dauerhaft durchbrechen können,“ befürchtet Simone Illtz.


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