Frauenforum im Kreis Unna e.V. Frauenforum im Kreis Unna e.V.

14.02.2006 PRESSEMITTEILUNG

Frauenforum zieht mit vor den Landtag - Rücknahme der Streichung der 4. Frauenhausstelle wird gefordert

Wer heute Gewalt nicht entschieden bekämpft, verschiebt das Problem in die nächste Generation. Die Landesregierung soll erkennen, dass sie ihre Prioritäten beim Sparen anders setzen muss, fordert Birgit Unger, Geschäftsführerin des Frauenforums, für den Erhalt der Landesförderung der 4. Personalstelle im Frauenhaus. Um das zu erreichen, werden am Donnerstag alle Mitarbeiterinnen des Frauenforums am landesweiten Frauenaktionstag vor dem Landtag in Düsseldorf teilnehmen.

Zum Netzwerk der erfolgreichen Arbeit gegen häusliche Gewalt an Frauen und ihren Kindern gehören unter dem Dach des Frauenforums neben dem Frauenhaus die Frauen- und Mädchenberatungsstelle, der FrauenNotruf, die FrauenÜbernachtungsstelle und die FrauenRäume. Auch im Kreis Unna werden Frauen am häufigsten im persönlichen Nahbereich Opfer von Gewalt. Jede vierte Frau, die in einer Partnerschaft gelebt hat, hat körperliche (23 %) oder - zum Teil zusätzlich - sexuelle (7 %) Übergriffe erlebt. Die Gewaltausübenden sind dabei fast ausschließlich männliche Beziehungspartner. Verursacht werden immense Folgekosten, beispielsweise im gesundheitlichen Bereich, aber auch bei der Inanspruchnahme von Sozialleistungen und Unterstützungseinrichtungen. Die Auswirkungen der Gewalt beeinträchtigen die physische und psychische Gesundheit der Betroffenen nachhaltig.

Einen wesentlichen Beitrag zur Stabilisierung und Sicherung des Neuanfangs unserer Frauen stellt die Nachsorgearbeit als ausdrücklichem Schwerpunkt der nun gestrichenen Personalstelle dar, erklärt Simone Illtz, Leiterin des Frauenhauses. Im vergangenen Jahr haben wieder 80 Frauen und 73 Kinder Zuflucht und Schutz in unserem Haus gefunden. Für 86 % der Frauen war es die Flucht aus der häuslichen Gewaltbeziehung in Ehe und Partnerschaft. In durchschnittlich 2-3 Monaten Aufenthalt war die Aussicht auf eine nachgehende Begleitung für ein dauerhaftes Durchbrechen des Kreislaufs der Gewalt und die Entwicklung einer besseren Lebensperspektive unverzichtbar.

Das Frauenforum bittet kreisweit darum, sich den Forderungen anlässlich der jetzt beginnenden Haushaltsberatungen im Landtag für eine Rücknahme dieser Streichung anzuschließen. Mitreisewillige, die den Forderungen in Düsseldorf mehr Stimmen verleihen möchten, sind jeweils auf den Bahnsteigen in Kamen, Unna und Dortmund gegen 9h15 willkommen.


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