Frauenforum im Kreis Unna e.V. Frauenforum im Kreis Unna e.V.

21.11.2012 derwesten.de | 17:23 Uhr

ANTRAG IST GESTELLT

Frauenforum möchte 2013 eine Online-Beratung anbieten

Flagge gegen häusliche Gewalt im Kreis Unna

Am Freitag, 23. November, setzen die Schwerter Frauen wieder die Flagge gegen die Gewalt gegen Frauen. Foto: Ralph Bodemer

Schwerte. Das Frauenforum im Kreis Unna plant, Beratungsgespräche demnächst auch Online anzubieten. Um dieses Vorhaben finanzieren zu können, wurde ein Antrag an die Stiftung Deutsches Hilfswerk gestellt, die das Geld aus den Einnahmen der Fernsehlotterie verteilt. Diese Information gab Birgit Unger, Geschäftsführerin des Frauenforums, am Dienstagabend den Zuhörerinnen der Arbeitsgemeinschaft der Schwerter Frauengruppen.

Noch ist über diesen Antrag nicht entschieden. Unger ist davon überzeugt, dass die Online-Beratung genauso angenommen werde, wie alle Hilfestellungen, die das Frauenforum bislang geben könne. 20 weibliche Fachleute sowie drei Bürgerarbeiterinnen sorgen dafür, dass Frauen mit und ohne Kindern im Frauenhaus eine Bleibe und Unterstützung fanden, in der Beratungsstelle Gespräche führen konnten, in der Übernachtungsstelle ein Bett in einem warmen Zimmer bekamen, praktische und psychosoziale Hilfe zur Bewältigung des Alltags beim ambulant betreuten Wohnen und im Projekt Frauenräume erhielten.

Viele Rat- und Hilfe Suchende erleben Gewalt in Ehe und Familie
Viele der Frauen, die sich in einer der vom Frauenforum getragenen Einrichtungen helfen ließen, hätten Gewalt in ihrer Ehe, in der Familie, durch ihren Partner erlebt, erzählte Unger. Anders als in den Niederlanden stehe man in Deutschland erst am Anfang mit der Beratungsarbeit, die auch die Täter, die Männer einbeziehe. Dazu hörten sich die Mitarbeiterinnen des Frauenforums zwar gerne Vorträge von Kolleginnen aus dem Nachbarland an, aber der Schwerpunkt der Arbeit liege immer noch darauf, den Frauen und Kindern zu helfen.

Dazu nannte Unger ein paar Zahlen aus dem Jahresbericht von 2011: Im Frauenhaus wurden 69 Frauen und 44 Kinder aufgenommen, 390 Frauen und Mädchen ab 14 Jahren nutzen die Angebote der Beratungsstelle, 21 Frauen lebten in der Übernachtungsstelle, sieben Frauen nutzten das ambulant betreute Wohnen und 14 Frauen das Programm der Frauenräume. Die Auslastung der Einrichtungen lag zwischen 65 und 95 Prozent. Auch diese Daten sind wichtig für Birgit Unger. Landschaftsverband und Sozialbehörden zahlen Tagessätze pro betreute Person. Vom Kreis gibt es jährlich 197 380 Euro als Personal-, Sach-, Verwaltungs- und Betriebskostenzuschuss. Diese Summe ist bis Mitte 2015 zugesagt. Das Land zahlt einen Festbetrag pro Jahr von 106 880 Euro als Personalkostenzuschuss, 6000 Euro fürs Frauenhaus-Team für Fortbildung und Supervision sowie 9000 Euro für Sach- und Betriebskosten der Beratungsstelle.

Falls die Stiftung Deutsches Hilfswerk dem Frauenforum Geld für die Online-Beratung gibt, braucht das Frauenforum wieder zweckgebundene Spenden. 20 Prozent Personalkosten für die gewünschte halbe Stelle muss der Träger zahlen. Doch als Spendenempfänger hat sich das Frauenforum in den fast 26 Jahren seines Bestehens etabliert: Sowohl der Garten am Frauenhaus wie der Bewegungsraum wurden mit freiwillig gegebenem Geld ausgebaut.

Von Susanne Schulte


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