Frauenforum im Kreis Unna e.V. Frauenforum im Kreis Unna e.V.

15.02.2013 Hellweger Anzeiger

Frauen fehlen günstige Wohnungen
Kreis wird keine zusätzliche Übernachtungsstelle schaffen

Von Kevin Kohues

KREIS UNNA Die monatelange Diskussion um eine zusätzliche Übernachtungsstelle für Frauen ist beendet. Es wird keine geben, da die Kreisverwaltung das Problem als nicht mehr akut einstuft.

Wie Sozialdezernent Rüdiger Sparbrod dem Gleichstellungsausschuss mitteilte, gebe es momentan keine Notwendigkeit für eine weitere Übernachtungsstelle. Das Frauenforum hatte diese im vergangenen Jahr beantragt, weil es in seiner eigenen, dauerhaft voll belegten Übernachtungsstelle in Unna immer mehr Frauen abweisen musste. 35 waren es im Jahr 2012, drei sind es bislang im Jahr 2013. „Durch Kooperationen ist es den Städten gelungen, kurzfristig weitere Übernachtungsmöglichkeiten für Frauen zu bieten, wenn diese benötigt werden“, so Sparbrod gestern. Wie genau diese Modelle aussehen, wollte er nicht verraten. Doch grundsätzlich läuft es wohl so ab: Die Kommunen schließen Verträge mit Pensionen, die den Frauen im Falle von Wohnungslosigkeit Zimmer zu günstigen Konditionen vermieten – die Kosten trägt das jeweilige Ordnungsamt.

Durch die Abwendung drohender Obdachlosigkeit wird freilich allenfalls ein Symptom bekämpft, das Problem aber nicht gelöst. „Es ist die kostengünstigste Variante, um die Frauen von der Straße zu kriegen“, sagt Birgit Unger, Geschäftsführerin des Frauenforums. Doch deren eigentliche Probleme liegen viel tiefer. Sie haben häufig keinen Schulabschluss, keine Ausbildung, sind überschuldet, bringen Gewalterfahrungen und Suchterkrankungen mit, benötigen also auf vielfältige Art und Weise Hilfe. Nicht umsonst bleiben viele von ihnen über mehrere Monate in der Übernachtungsstelle des Frauenforums, da sie keine Wohnung finden.

In zwei Wochen wollen sich Vertreter des Kreises und der Träger der Wohnhilfen ein Projekt in Dortmund anschauen, das Abhilfe auch im Kreis Unna schaffen könnte. Beim „Wohntraining“ der dortigen Diakonie leben Frauen jeweils zu zweit in Wohngemeinschaften, bekommen hauswirtschaftliche Hilfe. Nach einigen Monaten können sie einen Antrag auf Aufnahme im ambulant betreuten Wohnen stellen, das der Landschaftsverband finanziert. Schritt für Schritt erlangen sie so ihre Selbstständigkeit zurück.


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