Frauenforum im Kreis Unna e.V. Frauenforum im Kreis Unna e.V.

20.03.2014 Hellweger Anzeiger

Polizei vermittelt Opfer häuslicher Gewalt an die Frauenberatungsstelle

Das Auffangnetz funktioniert

KREIS UNNA Auch wenn es Betroffene gibt, die noch nicht wissen, wo sie sich Hilfe holen können, ist das Thema „Häusliche Gewalt“ längst kein Tabu mehr – und viele Frauen nutzen die Angebote im Kreis. Das belegen auch die aktuellen Zahlen, die gestern vom Landrat vorgestellt wurden.

Zahlen Frauenberaung  2010 bis 2013
Die aktuellen Zahlen der Frauen- und Mädchenberatungsstelle geben einen Überblick über die vergangenen vier Jahre. Grafik: Kohues

„Die Auseinandersetzung mit häuslicher Gewalt ist uns sehr wichtig“, betonte Michael Makiolla. Und Klaus Stindt, Leiter des Kommissariats für Kriminalprävention und Opferschutz, ergänzte: „Es ist schon fast 20 Jahre her, dass wir kurz nacheinander zwei tote Frauen gefunden haben, die Opfer häuslicher Gewalt geworden waren. Damals machten wir uns große Vorwürfe, weil unser Netz das nicht verhindern konnte. Wir haben sofort begonnen, mit den verschiedenen Institutionen zusammenzuarbeiten, damit uns so etwas nicht noch einmal passiert.“

So ist die Anzahl der Personen, die sich inzwischen mit einem Gewaltdelikt beschäftigen, in den letzten Jahren „exorbitant gestiegen“, so Stindt. Das liegt auch an einer Gesetzesänderung, die es jenen Polizisten, die etwa von Nachbarn gerufen werden, erlaubt, sofort zu handeln. „Unsere Polizisten dürfen – ohne eine richterliche Genehmigung einzuholen – den Mann oder auch die Frau, die Gewalt angewendet hat, zehn Tage lang der Wohnung verweisen.“ Und dann heißt es, die von Gewalt Betroffenen aufzufangen, da viele mit der Situation überfordert sind. Noch immer sind es hauptsächlich Frauen, die Opfer von häuslicher Gewalt werden – durch ihre Ehemänner oder Partner, die eigenen Kinder oder auch die Enkel, die ihre Oma schlagen.

Die Fälle der häuslichen Gewalt teilt die Polizei innerhalb der ersten zwölf Stunden der Beratungsstelle mit. „Wir nehmen dann Kontakt zum Opfer auf. Im letzten Jahr hat uns die Polizei über 110 Fälle häuslicher Gewalt informiert und wir haben versucht, alle Frauen zu kontaktieren. Nicht immer wollen die Opfer mit uns sprechen, aber die Zahlen sind gut. Im letzten Jahr haben wir 72 Frauen erreicht und sie über unsere Angebote informiert. Viele haben sie dann auch in Anspruch genommen“, sagt Karin Gottwald, Leiterin der Frauen- und Mädchenberatungsstelle. ■ bib


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