Frauenforum im Kreis Unna e.V. Frauenforum im Kreis Unna e.V.

30.10.2015 Hellweger Anzeiger

Wohnungsmarkt für Schwache immer enger

Frauenforum fordert Politik und Verwaltung zum Handeln auf

Von Kevin Kohues

Birgit Unger
Birgit Unger ist Geschäftsführerin des Frauenforums im Kreis Unna. Foto: Archiv

Kreis Unna. Einen erheblichen Mangel an kleinen, bezahlbaren Wohnungen hat das Pestel-Institut für den Kreis Unna ermittelt. Das Frauenforum bestätigt das Problem – und beklagt eine spürbare Steigerung.

„Wir stellen eine in vielen Fällen zu lange Verweildauer im Frauenhaus und in der Frauenübernachtungs-stelle fest“, sagt Geschäftsführerin Birgit Unger. Insbesondere im Bereich der Ein- bis Zwei-Personen-Haushalte sei der Wohnungsmarkt sehr eng – hier treffe die Vielfalt der Zielgruppen mit geringem Einkommen aufeinander. Das seien alleinstehende und oft auch alleinerziehende Frauen, ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen, Auszubildende, Studenten und perspektivisch eben auch Flüchtlinge, so Unger weiter.

Große Kluft zwischen Angebot und Nachfrage

Der in den vergangenen Jahren massiv zurückgefahrene soziale Wohnungsbau erschwere die Wohnungssuche für die genannten Gruppen. Hinzu kommen die oft schwierigen persönlichen Lebenslagen, Hartz-IV-Bezug und Überschuldung. „Vermieter nutzen bei der großen Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage ihre Wahlfreiheit“, erklärt Unger.

Die Frauen, die im Frauenhaus und in der Frauenübernachtungsstelle Unterkunft auf Zeit finden, haben da häufig das Nachsehen. Die Geschäftsführerin weist hinsichtlich des aktuell veröffentlichten regionalen Wohnungsmarktberichts für das Ruhrgebiet auf zwei Dinge hin. Er sei das Ergebnis der Datenlage aus 2013. Und: Das im regionalen Vergleich für den Kreis Unna beschriebene preiswerte Mietniveau löse nicht den grundsätzlichen Mangel.

Hoffen auf Fördermittel als Anreiz für Investoren

Das Frauenforum fordere die Akteure in Politik und Verwaltung des Kreises deshalb auf, gemeinsam mit der Wohnungswirtschaft umgehend aktiv zu werden. „Wir sehen mit Optimismus, dass jetzt wieder Fördermittel für den sozialen Wohnungsbau abgerufen und eingesetzt werden können“, so Unger.
Das Frauenforum könne nicht selber Investorin, Bauherrin und Vermieterin sein – „fast wünschten wir es uns manchmal, damit etwas passiert.“ Sie gehe aber davon aus, dass das Angebot von Fördermitteln einen Anreiz für lokale Wohnungsbauunternehmen wie die kreiseigene UKBS schaffe.


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