Frauenforum im Kreis Unna e.V. Frauenforum im Kreis Unna e.V.

25.11.2015 Hellweger Anzeiger

Aktion Schweigenbrechen Frauenforum Unna
Martina Eden-Hetberg, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Werne, und VHS-Leiterin Regina Ruß (v.l.) machen auf den Internationalen Tag „Nein zu Gewalt an Frauen“ aufmerksam. • Foto: Hillebrand

Ein ungelöstes Problem

Stadt Werne sagt am Internationalen Aktionstag „Nein zu Gewalt an Frauen“

UNNA • „Wir brechen das Schweigen“ – das haben sich Wernes Gleichstellungsbeauftragte Martina Eden-Hetberg und ihre Kolleginnen im Kreis Unna für den heutigen Tag buchstäblich auf die Fahne geschrieben. Denn mit dem jährlichen Aufziehen der Themenflagge machen sie auf den Internationalen Tag „Nein zu Gewalt an Frauen“ aufmerksam. Dabei handelt es sich, wie aktuelle Zahlen belegen, noch immer um ein alltägliches Thema.

Von Jahresanfang bis Ende Oktober gab es in Werne 18 Fälle von häuslicher Gewalt gegen Frauen, im Vorjahr waren es 24 Fälle. Das Gewaltschutzgesetz macht in Verdachtsfällen eine Verweisung des verdächtigten Täters aus der Wohnung möglich. Diese Maßnahme kam in 2015 zwei Mal zum Tragen, in einem Fall informierte die Polizei zudem die Frauenberatungsstelle über den Fall.

Hilfe für Frauen

Frauen, die von häuslicher Gewalt betroffen oder bedroht sind, können bei unterschiedlichen Einrichtungen kostenfreie Unterstützung erhalten.
Eine Möglichkeit bietet das mehrsprachige Hilfetelefon unter der Nummer 08000 - 116 016.
Außerdem ist das Frauenhaus im Kreis Unna 24 Stunden am Tag unter Tel. 0 23 03 - 77 891 50 erreichbar.

Laut Heike Redlin, Leiterin des Kommissariats Kriminalprävention und Opferschutz der Kreispolizeibehörde Unna, sei der Umgang mit häuslichen Gewalttaten gegen Frauen Teil der täglichen Polizeiarbeit. Mit einem einmaligen Einschreiten der Streife sei es nicht getan, ihre Kollegen der Abteilung Opferschutz vermitteln im Nachgang auf Wunsch Hilfen.

Eine Möglichkeit der länger währenden Unterstützung bietet das Frauenhaus im Kreis Unna. Dort können Frauen und deren Kinder unterkommen, die Gewalt erlebt haben oder davon bedroht sind. 20 Betten stehen für sie bereit.

Eine Hochrechnung besagt, dass 56 Frauen mit durchschnittlich einem Kind das Angebot des Kreises bis Jahresende genutzt haben werden. Das seien nach Aussage von Birgit Unger, Geschäftsführerin des Frauenforums, zehn Betroffene weniger als im Vorjahr. Diese Statistik sei allerdings mit Vorsicht zu deuten, da sich die Aufenthaltsdauer aufgrund des akuten Wohnungsmangels deutlich verlängert habe. Gerade Frauen zwischen 19 und 25 Jahren werden vermehrt zu Opfern, in den vergangenen zwei Jahren betraf es fast jede dritte Frau. „Die Partnergewalt – mit oder ohne Ehe – stellt das größte Problem dar“, so Unger. • jau


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