Frauenforum im Kreis Unna e.V. Frauenforum im Kreis Unna e.V.

13.04.2016 Stadtspiegel Unna


Zutrauen schaffen und Hürden beseitigen

Frauenforum hilft traumatisierten Flüchtlingsfrauen

Schulungen für Flüchtlingshelfer
Neue Beratungsangebote für traumatisierte Flüchtlinge stellten Diplom-Sozialarbeiterin Heike Bagusch (l.) und Karin Gottwald vom Frauenforum vor. Foto: Reimet

KREIS UNNA. Von Kriegs- und Fluchterlebnissen traumatisierte Mädchen und Frauen benötigen Beratung und Unterstützung. Der erste Kontakt gestaltet sich jedoch meist schwierig, hier bietet die Beratungsstelle im Frauenforum im Kreis Unna neue Angebote für Betroffene und auch für ehrenamtliche Mitarbeiter.

Der Umgang mit seelisch-psychisch stark belasteten Personen ist nicht einfach. "Wir möchten Unterstützung bieten, können aber keine Therapie durchführen", erklärt Karin Gottwald, Leiterin der Frauen- und Mädchenberatungsstelle. Insbesondere bei sehr schweren Schicksalen komme das Frauenforum an Grenzen.

"Ehrenamtlich unterstützende Menschen kümmern sich in den Einrichtungen auch um traumatisierte Flüchtlingsfrauen und gegebenenfalls deren Kinder", erläutert Karin Gottwald. "Dabei treffen sie auf Frauen und Familien, die aus bedrohlichen Situationen gekommen sind und sich auch weiterhin in einer belastenden Lebenslage befinden. Diese Frauen und Familien haben traumatische Situationen erlebt, tragen schwer an diesen. Daraus ergeben sich bei einigen spezifische Verhaltensweisen, die von außen manchmal schwer nachvollziehbar sind. Deshalb kann die ehrenamtliche Arbeit zusätzlich sehr belastend und bedrückend sein, zu Stresssituationen führen."

Die Schulung ehrenamtlicher Mitarbeiter, die mit betroffenen Frauen in Kontakt stehen, gewinnt daher immer mehr Bedeutung. Hier möchte das Frauenforum ansetzen. In zweitägigen Schulungen lernen Ehrenamtliche das Erkennen von Trauma-Symptomen, den Umgang mit diesen und auch Selbstfürsorge.

Unsichere Zahlen

SCHULUNGEN

Das Frauenforum bietet zweitägige Schulungen für Ehrenamtliche an:
24. Mai und 7. Juni sowie am
6. und 13. September,
jeweils von 18 bis 20.30 Uhr im Haus des Frauenforums, Hansastraße 38, Unna.

Anmeldungen nimmt Heike Bagusch entgegen (Tel. 0170 364532).

Doch wie mit Betroffenen in Kontakt kommen? Geplant sind sogenannte niederschwellige Angebote für Flüchtlingsfrauen, etwa zum Frühstück oder Kontakte über die Kleiderkammer. So bietet ab dem Sommer ein Frauenfrühstücks-Café die Möglichkeit, die Frauen an die Sprache heranzuführen. Hier finden sie einen geschützten Rahmen, der Vertrauen und ein Gefühl von Sicherheit schafft. Informationen zu Gewalt und Gewaltschutz können durch die Ehrenamtlichen vermittelt werden. Für die Kinderbetreuung ist gesorgt. Beratungsgespräche mit einer Dolmetscherin vereinfachen den Kontakt.

Durch Änderung der Flüchtlingsgesetze rechnet das Frauenforum mit einer wachsenden Zahl von Frauen in Zukunft. Doch bisher gebe es keine konkreten Zahlen zum Anteil weiblicher Flüchtlinge. Dieser werde erst seit April ermittelt.

Für von Gewalt betroffene Flüchtlingsfrauen hat das NRW-Ministerium für Familie der Einrichtung eine Förderung von 30.000 Euro bereitgestellt. Die Leitung des Projekts liegt bei Heike Bagusch. Die erfahrene Diplom-Sozialarbeiterin mit Berater- und Psychotherapeuten-Ausbildung ist seit Jahren auch als Seelsorgerin tätig. Das Angebot "Traumatisierte Flüchtlingsfrauen" startete im Februar und läuft zunächst bis zum Jahresende. Mit steigendem Bedarf ist eine Integration des Projekts in die ständige Arbeit des Frauenforums wahrscheinlich.

PDF zum DownloadFlyer zu den Schulungen hier als PDF zum Download (ca. 0,5 MB) »

 


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