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02.03.2017 Hellweger Anzeiger Stadt Unna

Sicherheitsgefühl hängt deutlich vom Licht ab

Die Friedrich-Ebert-Straße ist tagsüber eine schöne Allee. Bei Einbruch der Dunkelheit fühlen sich Fußgänger auf den Gehwegen nicht mehr sicher, weil zu wenig Licht von der Straßenbeleuchtung dorthin fällt. Foto: Archiv

Sicherheitsgefühl hängt deutlich vom Licht ab

Dunkle Bereiche an der Friedrich-Ebert-Straße beschäftigen das Frauenforum

Von Christoph Ueberfeld

Unna. Der Ruf nach mehr Licht wird immer lauter. Nicht nur in Königsborn oder Massen, sondern auch in Unna-Mitte werden immer häufiger dunkle Orte angemahnt. „Angstraum“ ist inzwischen ein in diesem Zusammenhang oft benutzter Begriff.

Nachdem die politischen Parteien im Rat der Stadt schon mit verschiedenen Anträgen auf eine bessere Beleuchtung drängen, hat sich nun auch die Frauen  und Mädchenberatungsstelle sowie Fachstelle zu sexualisierter Gewalt des Themas angenommen und plant in der kommenden Woche eine Führung mit geschlossener Gesellschaft entlang der Friedrich-Ebert-Straße. „Wir möchten uns gerne gemeinsam mit den im Ausschuss vertretenden Ratsmitgliedern einen Überblick verschaffen über Stellen und Ecken entlang der Friedrich-Ebert-Straße, die als „Angsträume“ bei Menschen, insbesondere bei Frauen und Mädchen, Angstgefühle auslösen können“, sagt Birgit Unger, Geschäftsführerein des Frauenforums im Kreis Unna. Deshalb sei die Führung auch mit ausschließlich geladenen Gästen geplant. Am Ende des Erkundungsganges entlang der Friedrich-Ebert-Straße hofft Unger auf Verbesserungsvorschläge.

„Gibt es einfache Maßnahmen, mit denen kleine, aber das Sicherheitsgefühl verstärkende, Veränderungen herbeigeführt werden können? An welchen Stellen sollte das derzeitige Beleuchtungskonzept optimiert werden?“, fragt Unger. Das Sicherheitsgefühl der Menschen hänge auch vom Licht ab.

Dieses Sicherheitsgefühl wurde im vergangenen Jahr durch einige Raubüberfälle auf der Friedrich-Ebert-Straße erheblich getrübt. Anfang Dezember wurde auf der Friedrich-Ebert-Straße eine 62-jährige Frau zu Boden gestoßen und ihr die Handtausche geraubt. In der gleichen Nacht wurde einem Mann auf der Kantstraße die Geldbörse gestohlen. Zeugen fanden den Mann auf dem Gehweg liegend. Ende November wurde eine Frau bei einem Raubüberfall auf der Friedrich-Ebert-Straße vom Fahrrad gerissen.

Aufgekommen war das Thema, nachdem die Stadt die Straßenlaternen auf LED-Technik umgerüstet hat. Die Kritik seitens der Partei und auch einiger Bürger: Die LEDs würden nur punktuell für mehr Licht sorgen, aber eben nicht den weiteren Bereich um den Laternenmast beleuchten. Die LED-Beleuchtung entspreche zwar den Vorschriften, betonte Rathaussprecher Oliver Böer im vergangenen Jahr, aber dem Eindruck, dass die Bereiche abseits ihrer Lichtkegel subjektiv dunkler wirken, wolle man nicht widersprechen. Die Stadtwerke räumten ebenfalls im vergangenen Jahr ein, dass die durch LED ausgeleuchteten Bereiche an der Straße als weniger hell wahrgenommen werden würden.

Aber auch an anderen Stellen im Innenstadtbereich klagen Bürger über „schwarze Löcher“. Viele davon sind in Königsborn und bereiten vor allem Senioren, die auf Rollatoren oder Rollstühle angewiesen sind, große Probleme. „In der Dunkelheit sind die Unebenheiten auf den Gehwegen kaum auszumachen. Das ist wirklich gefährlich“, sagt eine Anliegerin in der Nähe der Christuskirche. Auch in Massen haben Bürger bei einem Rundgang durch ihren Stadtteil viel Licht und Schatten ausgemacht.


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