Frauenforum im Kreis Unna e.V. Frauenforum im Kreis Unna e.V.

22.03.2018 Pressemitteilung

Auf dem Weg zur Wohnung stockt‘s

Frauenforum legt Jahresbericht vor: Wohnungsmangel auch hier Thema.

Kreis Unna. Frauen, die mit Gewalt konfrontiert werden, Frauen, die aus ihren Wohnungen ausziehen müssen, weil das Geld knapp wird und Frauen, die psychische Probleme haben: Sie alle haben im Kreis Unna schlechte Chancen, eine Wohnung zu finden. Darauf macht jetzt das Frauenforum aufmerksam.

Die Not wächst und ist mittlerweile so groß, dass auch im Frauenhaus und in der Frauenübernachtungsstelle kaum Platz für hilfesuchende Frauen da ist. Alleine im vorigen Jahr konnte 58 Frauen kein freies Bett im Frauenhaus angeboten werden. Ein Grund dafür ist die Tatsache, dass für die Frauen, die dort Unterschlupf gefunden haben, keine Wohnungen gefunden werden und sie die Plätze im Frauenhaus zu lange belegen– ein Teufelskreis, in dem sich zu viele Frauen, die im Kreis Unna Fuß fassen wollen, derzeit befinden. Das Frauenforum Unna kämpft mit Beratungs- und Wohnhilfeangeboten gegen diese Entwicklung an, doch gegen den akuten Wohnungsmangel ist sie machtlos.

„Viele der untergebrachten Frauen kommen nicht aus Unna. Aber wenn ihre Existenz hier gesichert ist und die Kinder hier zur Schule gehen, dann wollen sie im Kreis Unna leben und sesshaft werden“, sagt Christina Schulz, die Leiterin des Frauenhauses. Dass manche von ihnen nach vergeblicher Suche doch wieder zurückgehen, sei nicht Sinn der Sache. Im Rahmen des Projektes„Zukunftsperspektive gewaltfrei Wohnen – Frauenhaus PLUS“, das das Frauenforum vor knapp einem Jahr ins Leben gerufen hat, befasst sich eine Sozialarbeiterin ausschließlich mit der Wohnungssuche und unterstützt Frauen in der Umzugs- und Auszugsphase.

Über die Erfolge – genauer gesagt fünf vermittelte Frauen mit insgesamt sechs Kindern – freut sich der Verein, doch es gibt auch Schattenseiten. „Projekte sind Entund Belastungen. Einerseits setzt man damit Impulse, andererseits sind sie irgendwann zu Ende und es gibt im Anschluss keine finanziellen Mittel mehr“, sagt Dorothee Schackmann, Geschäftsführerin der Paritätischen Kreisgruppe Unna.

Der Paritätische Wohlfahrtsverband hat die bundesweite Kampagne „Mensch, Du hast Recht“ ins Leben gerufen. Einer der Leitsprüche ist „Wohnen ist ein Menschenrecht“ – ein Arbeitsthema, das das Frauenforum aktiv unterstützt.„Das Recht auf Wohnraum ist im Grundgesetz nicht geregelt“, sagt Schackmann. Dafür, dass jeder ein Recht auf Wohnraum haben sollte und dass er eine Voraussetzung dafür ist, am sozialen Leben teilzuhaben, setzt die Kampagne sich ein. „Wir wollen Menschen zu Wort kommen lassen, die dem Thema eine Stimme geben“, so Schackmann.

Ausgelastetes Frauenhaus

Aus dem Jahresbericht des Frauenforums geht deutlich hervor, dass der Wohnungsmangel im Kreis ein „Dauerbrenner“ bleibt, wie die Geschäftsführerin Birgit Unger es ausdrückt. Sowohl das Frauenhaus als auch die Frauenübernachtungsstelle können dem Andrang nicht standhalten. In Zahlen: Die Dauer des Aufenthaltes der Frauen und Kinder ist erneut gestiegen. Sie bleiben teilweise 6 Monate und länger.Nur 38 Frauen mit 34 Kindern fanden voriges Jahr Unterschlupf im Frauenhaus. Die Übernachtungsstelle musste 58 Frauen zurückweisen. Nur 16 Frauen wurden dort aufgenommen. Im Vorjahr waren es noch 30.

Von Claudia Pott

Hellweger Anzeiger


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