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Frauenforum im Kreis Unna e.V. Frauenforum im Kreis Unna e.V.

05.12.2018 Pressemitteilung

Luisa ist in Bönen angekommen

Unterstützen die Aktion „Luisa ist hier“: Kerstin Luttrop, Herbert Bennemann, Katja Lohmann sowie Eva Heinze und Karin Gottwald vom Frauenforum.

FOTO: Presch

Luisa ist in Bönen angekommen

Projekt soll Frauen schnelle Hilfe garantieren

BÖNEN Was tun, wenn eine Bekanntschaft in der Kneipe, in der Disco oder auf einer Veranstaltung plötzlich zudringlich wird und sich nicht mehr abschütteln lässt? Oft sind Frauen und Mädchen dann hilflos den ungewollten Annäherungsversuchen ausgesetzt. Hilfe und eine Rückzugsmöglichkeit, bevor die Situation eskaliert, bietet das Projekt „Luisa ist hier!“, das jetzt auch in Bönen umgesetzt wird. Initiiert von der Gleichstellungsbeauftragten der Gemeinde, Kerstin Luttrop, und dem Frauenforum im Kreis Unna, sollen sich weibliche Gäste damit sicherer fühlen, wenn sie ausgehen.

Bedrängte Gäste aus der Schusslinie holen

Fühlt sich eine Frau bedrängt oder bedroht, kann sie beim Personal des Lokals fragen „Ist Luisa hier?“. Das weiß dann, die Frage ist ein Code für einen Hilferuf und handelt, ohne lange nach Erklärungen zu fragen. Der Wirt, die Wirtin oder Mitarbeiter an der Theke können diskret reagieren, die Frau aus der„Schusslinie“ in die Küche oder zum Hinterausgang lotsen, ihr ein Taxi bestellen oder die Polizei verständigen.

„Gerade in Verbindung mit Alkohol kommen Frauen immer wieder in Situationen, aus denen sie sich alleine nicht befreien können“, sagt Kerstin Luttrop. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Gleichstellungsbeauftragte das Projekt in Bönen vorgestellt (wir berichteten) in der Hoffnung, dass Wirte sich melden und mitmachen bei der Kampagne – zunächst ohne Resonanz.

Inzwischen konnte sie die ersten Gastronomen vor Ort für das Projekt gewinnen. Karin Denninghaus und Kirsten Mezerath von der Gaststätte Denninghaus sind dabei, ebenso wie Katja Lohmann, Inhaberin von Haus Böinghoff in Flierich. „Ich will damit ein Zeichen setzen“, sagt Lohmann. Ebenfalls mit im Boot ist der Schützenverein Nordbögge. „Wir haben das bereits bei unserem Schützenfest im August umgesetzt“, berichtet der Vorsitzende Herbert Bennemann, der spontan zugesagt hatte. „Da gab es auch keine Diskussionen im Verein, das ist schließlich eine gute Sache.“

In Anspruch genommen werden musste die Hilfe seines Wissens nicht. „Aber für den Fall der Fälle sind die weiblichen Festbesucher auf der sicheren Seite.“

Alle Schützenvereine ins Boot holen

Bevor die Schützenfestsaison 2019 startet, will Kerstin Luttrop auch die anderen Bönener Vereine ansprechen. „Da wäre es auch wichtig, die Veranstalter der Parties im Förderturm mit ins Boot zu holen“, findet Luttrop. Eine Idee für die Zukunft wäre ihrer Ansicht nach, eine Absprache mit dem Förderverein des Förderturms zu treffen, damit die verschiedenen Feten-Veranstalter bei „Luisa“ mitmachen.

Dass ein Lokal oder eine Veranstaltung die Kampagne unterstützt, erkennen Besucherinnen an einem Plakat auf der Damentoilette, das informiert, dass die Frage nach„Luisa“ hier verstanden wird. Die teilnehmenden Lokale erhalten eine Liste mit Handlungsvorschlägen für den Notfall, die sie griffbereit hinterlegen können.

Im Kreis Unna machen inzwischen etliche Lokale und Veranstaltungen mit, wie Karin Gottwald und Eva Heinze von der Frauen- und Mädchenberatungsstelle Kreis Unna betonen. Wer im einzelnen mitmacht, ist auf der Internetseite www.frauenforum-unna.de zu erfahren.

Dort gibt es auch Informationen zum Thema „Sichern feiern“ für Frauen – etwa über flankierende Maßnahmen wie das Heimwegtelefon und die WayGuardApp.

Von kir


Westfälische Anzeiger


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