Frauenforum im Kreis Unna e.V. Frauenforum im Kreis Unna e.V.

15.02.2019 Hellweger Anzeiger

So peppig sieht das neue Magazin „selbst:bestimmt“ aus, das Karin Gottwald (l.) und Melanie Windmüller von der Frauen- und Mädchenberatungsstelle in Unna hier in den Händen halten.

So peppig sieht das neue Magazin „selbst:bestimmt“ aus, das Karin Gottwald (l.) und Melanie Windmüller von der Frauen- und Mädchenberatungsstelle in Unna hier in den Händen halten.

FOTO: Marcel Drewe

Sexuelle Gewalt: Frauenforum will Tabuthema aus dem Schatten holen

Sexuelle Gewalt gegen Mädchen und Frauen tritt in vielen Formen auf. Wie sich Betroffene dagegen wehren können, erklärt ein neues Magazin – in peppiger Aufmachung und ganz in pink.

Kreis Unna - Nach der Silvesternacht 2015/16 mit zahlreichen Übergriffen auf Frauen hat das Heimatministerium dem Frauenforum Unna eine zusätzliche Stelle genehmigt und damit neue Projekte ermöglicht. Der ersten Info-Broschüre „selbst:sicher“ folgt nun die zweite Ausgabe dieses besonderen Frauenmagazins mit dem Titel „selbst:bestimmt“.

Unterstützung vom Land

Selbstverteidigung war das erste große Thema. Jetzt geht es darum, ein stark tabuisiertes Thema in die Öffentlichkeit zu tragen: Es geht um sexuelle Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Und dafür gab es erneut Unterstützung des Landes. „Über den Runden Tisch gegen häusliche Gewalt im Kreis Unna haben wir zum zweiten Mal eine Förderung des NRW-Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung erhalten“, freut sich die Leiterin der Frauen- und Mädchenberatungsstelle im Frauenforum, Karin Gottwald.

Betroffene schämen sich oft

Scham und Angst halten Betroffene nicht selten davon ab, sich anderen anzuvertrauen oder gar Anzeige zu erstatten. Hier soll die Broschüre helfen, sensibilisieren. „Wir möchten Bewusstsein schaffen für die verschiedenen Formen sexueller Gewalt gegenüber Frauen und Mädchen“, erklärt Beraterin Melanie Windmüller.

Aufklärung über sexuelle Belästigung

Die neue Broschüre – wiederum in optisch ansprechender Erscheinung – enthält viele nützliche Hinweise, beispielsweise zur Definition von sexueller Belästigung – ob am Arbeitsplatz, zu Hause, in digitaler Form. Missbrauch von Kindern wird nicht ausgeklammert.

„Anonyme Spurensicherung“

In dem Magazin finden sich auch Hinweise, die vielen eher unbekannt sein dürften, aber deshalb nicht weniger wichtig sind. Zum Beispiel die „anonyme Spurensicherung“. Nach einer Vergewaltigung können Frauen ein Krankenhaus zur Untersuchung aufsuchen und die Spuren und Dokumentation zunächst nur in einem rechtsmedizinischen Institut lagern lassen, bis sie die Entscheidung treffen, zur Polizei zu gehen.

Magazin auch online

Ein Erfahrungsbericht und viele wertvolle Adressen runden den Inhalt der Broschüre ab.

Verteilt wird das Heft über die Gleichstellungsbeauftragten der Kommunen. Es liegt zudem bei der Frauen- und Mädchenberatungsstelle in Unna aus. Online ist es hier zu finden.

 

Von Gabriele Hoffmann


Hellweger Anzeiger


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