Frauenforum im Kreis Unna e.V. Frauenforum im Kreis Unna e.V.

03.07.2019 Stadtspiegel

Projekt Mobile Wohnhilfen - Rechtzeitige Hilfe

Über die Netzwerkpartner wollen sie Kontakt aufnehmen mit Frauen in Not, bevor diese wohnungslos werden: (v.l.) die Streetworkerinnen Zora Lachermund und Anke Brink sowie die Leiterin der Wohnhilfen, Anja Wolsza.

FOTO: ©Stengl

Rechtzeitige Hilfe

Neues Projekt: Streetworkerinnen wollen Frauen über Netzwerke erreichen

Das Frauenforum hat den Zuschlag vom NRW-Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales bekommen, für den Zeitraum von drei Jahren das Projekt „Lückenschluss im Hilfesystem - Prävention mit mobilen Wohnhilfen" durchzuführen.

KREIS UNNA. ,,Zwei Sozialarbeiterinnen haben mit dem Ziel der Vermeidung von Wohnungslosigkeit ihre Arbeit bei uns aufgenommen," freut sich Anja Wolsza, Leiterin des Fachbereichs FrauenRäume. ,,Die beiden Streetworkerinnen sind im gesamten Kreis unterwegs - daher sind es „Mobile Wohnhilfen". Über direkte Ansprache, aber mehr noch über gute Kontakte in lokalen Netzwerken des Hilfesystems in den Kommunen, erreichen sie von Wohnungslosigkeit bedrohte Frauen und gegebenenfalls deren Kinder oder aber auch bereits wohnungslos gewordene Frauen.

„Wir möchten mit der Arbeit da ansetzen, wo noch etwas zu retten ist!"

Anja Wolsza, Leiterin der Wohnhilfen

Ein Blick in den Jahresbericht 2018 zeigt die Vielfalt und die Erfolge der Angebote und Einrichtungen der Wohnhilfen des Frauenforums auf. In der Frauenübernachtungsstelle fanden über das Jahr 16 wohnungslos gewordene Frauen nicht nur ein Bett. Ein kleines Zimmer mit Bad sowie Gemeinschaftsräume und tagesstrukturierende Angebote bieten die Basis für mögliche erste Schritte, um mit Unterstützung einer Sozialarbeiterin den Weg in ein selbst verantwortetes Leben zu beginnen. 33 Frauen konnte kein Platz angeboten werden, davon in 17 Fällen wegen Vollbelegung.

Ein Teil der Frauen wurde in das Angebot der teilstationären Betreuung und Begleitung der Frauen - Räume aufgenommen. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 18 Frauen bei den notwendigen Schritten für eine Wiederherstellung einer gesicherten Existenz in einer eigenen Wohnung begleitet. Gründe für die Aufnahme in das vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe finanzierte Programm sind in den meisten Fällen rechtlich durchgesetzte Wohnungsräumungen, finanzielle Gründe, Partnerschafts- oder auch Elternkonflikte und die Erfahrung von sexueller oder auch anderer Gewalt.

STATISTIK

>> Über das Lotse-Projekt wurden 2016 bis 2018 insgesamt 306 Frauen erreicht, darunter 84 Mütter mit 110 minderjährigen Kindern, 60 junge erwachsene Frauen von 18 bis 21 Jahren, 13 Frauen ab 65 Jahren, 36 Frauen mit einer Behinderung sowie 94 Frauen mit Zuwandergeschichte

>> 58 Prozent der Frauen waren bereits akut wohnungslos, 39 Prozent von Wohnungslosigkeit bedroht.

Letztlich hat das nach drei Jahren mit dem Caritasverband für den Kreis Unna e.V. sowie dem Diakonischen Werk Dortmund und Lünen gGmbH abgeschlossene Kooperationsprojekt „Lotse" den Ausschlag gegeben für das jetzt neu begonnene Projekt der Mobilen Wohnhilfen.

Die beiden Sozialarbeiterinnen aus dem Vorgängerprojekt standen nun vier Monate in den Startlöchern, um jetzt ihre bereits gemachten reichhaltigen Erfahrungen erneut im Frauenforum einzusetzen. ,,Wir haben sehr gehofft, dass es klappt und wir unser bereits in drei Jahren gemachtes Wissen direkt wieder einsetzen können," erläutert Streetworkerin Anke Brink. ,,Meine Kollegin Zorn Lachermund und ich nehmen Kontakt mit Wohnungsbaugesellschaften und privat Vermietenden auf, um Wohnungsverluste möglichst im Vorfeld zu vermeiden, denn eine gehaltene Wohnung ist besser als die schwierige Suche nach einer neuen Wohnung. Zusätzlich können wir aber auch dem Bedarf entsprechend in weitergehende Hilfen begleiten oder aber diese selber als Frauenforum anbieten."

Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet werden, um so möglichst den Nachweis liefern zu können, dass ein solches Präventionsangebot auch langfristig vorgehalten und finanziert werden muss.

Von: Jörg Stengl

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